top of page
  • Facebook - Black Circle
  • Instagram - Black Circle
nesselwang-mephoto-01-2020-0016.jpg

Wohnraum statt Leerstand - Chancen erkennen und umsetzen

Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit – auch in Nesselwang. Steigende Preise, knapper Wohnraum und leerstehende Gebäude stehen oft in einem deutlichen Widerspruch zueinander. Wir sind überzeugt: Abseits möglicher neuer Bauflächen müssen wir das Potenzial nutzen, das bereits vorhanden ist. Leerstand ist  eine große Chance für unsere Gemeinde.

Unser Ansatz setzt auf ein wirkungsvolles und aktives Leerstandsmanagement. Das bedeutet vor allem: zuhören, vermitteln, beraten und gemeinsam Lösungen entwickeln. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer sind grundsätzlich bereit, ihre Gebäude oder Wohnungen wieder zu nutzen – oft fehlen jedoch Zeit, Informationen oder Sicherheit. Genau hier sehen wir die Aufgabe der Gemeinde: als Ansprechpartnerin, als Vermittlerin und als Wegbereiterin. Mehr Dialog mit Eigentümern kann neuen, dringend benötigten Wohnraum schaffen.

Wir wollen vorhandene Gebäude wieder ins Leben holen – sei es am Bahnhofsareal oder an anderen zentralen Stellen wie dem ehemaligen Feneberg-Gebäude. Als Wohnraum, als Treffpunkt, als Ort für Betreuung, Arbeiten oder Begegnung können sie unserem Ort wieder ein Zentrum geben, das Einheimische und Touristen gleichermaßen anzieht.

Dabei denken wir Wohnen bewusst vielfältig. Es braucht bezahlbare Mietwohnungen ebenso wie betreutes Wohnen für ältere Menschen, damit große Häuser wieder für Familien oder andere Nutzungen frei werden. Generationenübergreifende Wohnformen – etwa Senioren im Erdgeschoss, Familien darüber – können Gemeinschaft stärken und Einsamkeit vorbeugen. Auch Modelle wie Mietkauf oder gemeinschaftliche Wohnprojekte wollen wir offen prüfen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Nutzung von Fördermitteln. Land und Bund stellen umfangreiche Programme zur Verfügung, um Leerstände zu sanieren, Wohnraum zu schaffen und Ortskerne zu beleben. Diese Mittel müssen aktiv genutzt werden. Dafür braucht es in der Gemeinde klare Zuständigkeiten, Fachwissen und jemanden, der Fördermöglichkeiten kennt und Eigentümer gezielt berät – so wie es erfolgreiche Beispiele aus der Region zeigen. Informationsabende, Bürgerstammtische oder Best-Practice-Vorstellungen können helfen, Hemmschwellen abzubauen und Mut zu machen.

Auch Zwischennutzungen sehen wir als Chance: leerstehende Gebäude können vorübergehend Raum für Wohnen, Arbeiten, Kultur oder soziales Leben bieten. Solche Modelle bringen Leben in leerstehende Häuser, schaffen günstigen Wohnraum und eröffnen neue Perspektiven – für Eigentümer ebenso wie für Nutzer.

Um Wohnraumpolitik sinnvoll zu gestalten, braucht es außerdem eine solide Datengrundlage. Wir wollen Bedarfe besser erfassen: Wie viele Menschen leben in welchen Haushalten? Wie viele Wohnungen stehen leer, wie viele werden als Zweitwohnsitz genutzt? Welche Wohnformen fehlen? Transparenz ist die Grundlage für gerechte und wirksame Entscheidungen.

Unser Ziel ist klar: mehr bezahlbarer Wohnraum, mehr Leben im Ortskern und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem, was bereits da ist. Leerstand zu nutzen heißt, Ressourcen zu schonen, Gemeinschaft zu stärken und Nesselwang als lebenswerten Ort für alle Generationen zu erhalten. Nicht gegen Eigentümerinnen und Eigentümer, sondern mitanand – durch Dialog, Unterstützung und kluge kommunale Verantwortung.

IMG_3158.JPG
bottom of page