

Energiekonzept für Nesselwang - für Autarkie und Klimaschutz
Die Energiewende ist keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Klimaschäden und Umweltbelastungen nehmen spürbar zu, Ressourcen werden knapper, und unsere Abhängigkeit von internationalen Akteuren wie Russland oder den USA bleibt hoch. Für uns ist deshalb klar: Wir setzen lieber auf erneuerbare Energie hier vor Ort als auf fossile Energie aus Krisengebieten.
Doch Energiewende bedeutet für uns nicht nur Analyse und Zielbilder, sondern vor allem konkretes Handeln. Neben den großen Herausforderungen gibt es viele Maßnahmen, die sofort umsetzbar sind und einen direkten Nutzen für Nesselwang bringen. Unser Fokus liegt deshalb auf praktikablen Lösungen, die ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert sind.
Ein konkretes Beispiel ist die Nutzung von Photovoltaik und E-Mobilität an der Alpspitzbahn. Die Idee: den gesamten Parkplatz mit PV-Anlagen zu überdachen. So entsteht eine sinnvolle Doppelnutzung – saubere Stromerzeugung und gleichzeitig Witterungsschutz für Fahrzeuge. Ergänzt durch E-Ladesäulen, die bewusst auf Tagesgäste ausgelegt sind, kann Nesselwang einen echten Standortvorteil gewinnen. Gäste aus Stuttgart, Ulm, Augsburg oder München reisen mit dem E-Auto an, laden während ihres Aufenthalts und fahren ohne zusätzlichen Ladestopp wieder nach Hause. Das schafft Komfort, erhöht die Wiederkehrquote und stärkt den Tourismusstandort nachhaltig.
Ein zentraler Punkt ist für uns die direkte Bürgerbeteiligung. Energieprojekte sollen nicht von fremden Investoren dominiert werden, sondern den Menschen vor Ort gehören. Durch Beteiligungsmodelle – etwa den Kauf von Anteilen – bleibt die Wertschöpfung in der Gemeinde, Akzeptanz wächst, und die Energiewende wird zu einem gemeinsamen Projekt. Bürgerenergie statt Fremdbestimmung.
Auch die Landwirtschaft wollen wir aktiv einbinden. Mit Agri-Photovoltaik lassen sich Energieerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung sinnvoll verbinden. PV-Anlagen auf Gestängen ermöglichen es, dass Traktoren weiterhin unter den Modulen fahren können. So bleibt die Lebensmittelproduktion erhalten, während gleichzeitig Strom erzeugt wird. Eine doppelte Nutzung derselben Fläche – ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich zukunftsfähig.
Damit erneuerbare Energie verlässlich genutzt werden kann, braucht es außerdem Speicher. Der Ausbau von Energiespeichern ist ein wichtiger Baustein, um überschüssigen Solarstrom tagsüber zu speichern und auch abends und nachts verfügbar zu machen. Die Technik ist erprobt und wird in vielen Kommunen bereits erfolgreich eingesetzt – auch Nesselwang kann davon profitieren.
Ein weiteres zentrales Thema ist die kommunale Wärmeplanung. Klimaneutralität bis 2040 ist ein wichtiges Ziel, doch es braucht dafür echten Gestaltungswillen. Halbherzige Maßnahmen führen dazu, dass die Last am Ende bei den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern landet. Wir wollen eine echte Transformation statt Minimalansätze – mit klaren Konzepten, transparenter Planung und Orientierung an erfolgreichen Vorreitern wie Roßhaupten oder Füssen. Dabei setzen wir auf Zusammenarbeit mit engagierten, zukunftsorientierten Anbietern.
Besonders wichtig ist uns die soziale Seite der Energiewende. Die Umstellung auf saubere Wärme darf nicht allein die Haushalte belasten. Erneuerbare Energien – insbesondere Windkraft – können für Kommunen eine wichtige Einnahmequelle sein. Durch eine Beteiligung der Gemeinde an solchen Projekten entstehen Mittel, die gezielt eingesetzt werden können: für den Aufbau eines Nahwärmenetzes, für die Förderung von Wärmepumpen oder für soziale Ausgleichsmaßnahmen. So verbinden wir Klimaschutz mit lokaler Wertschöpfung und sozialer Verantwortung.
Unsere Haltung ist klar: Die Energiewende ist eine Chance – für mehr Unabhängigkeit, für regionale Stärke und für eine lebenswerte Zukunft. Wenn wir sie gemeinsam gestalten, profitieren alle. Mitanand – für eine sichere, saubere und gerechte Energiezukunft in Nesselwang.
